Karate – Anmeldung in einem japanischen Karate Verein

Da wir nun mehrere Monate in Japan sind, habe ich mich dazu entschlossen auch in einem japanischen Karate Verein Mitglied zu werden. Immer zum Training nach Tokyo rein zu fahren (mit der Bahn 1:30 Std.) ist definitiv zu viel Aufwand und mit den Bahnkosten auf Dauer nicht tragbar.

Also auf der Web-Seite der JKA nach einem passenden Dojo in der direkten Umgebung geschaut. Das nächste Dojo befindet sich 5 Minuten zu Fuß vom Haus entfernt. Also dort hin und das Training angeschaut. Ein sehr gutes Training, aber nur Kinder bis maximal 15 Jahre anwesend. Also mit dem Trainer gesprochen, der dann erzählte, dass es sich um eine reine Kindergruppe handelt. Also kein Training für Erwachsene. Aber es gibt Erwachsenentraining ca. 25 Minuten mit dem Auto entfernt (kein Probleme – Leuhwagen ist vorhanden für die Monate in Japan) in der Nachbar Präfektur.

Also bei der Kontakt Telefonnummer angerufen, die auf der JKA Seite vermerkt ist und einen Termin zum Probetraining vereinbart. Also hingefahren und das Training angeschaut und mit trainiert. In der Gruppe waren ca. 20 Kinder und 5 Erwachsene, die zusammen trainiert haben. Es erfolgte keine Unterscheidung nach alter oder Gürtelfarben. Bedeutet es standen Menschen im Alter von 5 bis geschätzt 70 Jahre in der Halle und haben zusammen trainiert. Allein das ist schon ein klasse Anblick, da das in deutschen Vereinen selten zu sehen ist. Es gibt auch keine Unterscheidung zwischen Unterstufe und Oberstufe – alles Trainieren zusammen.

Nach dem Training super Training mit dem Trainer über Vereinsbeitrag usw. gesprochen. Auch hier gibt es Unterschiede. Training wird 5-mal pro Woche von je 2 Stunden angeboten in Top Trainingshallen. In deutschen Vereinen beläuft sich der Beitrag in der Regel zwischen 20 – 40€ pro Monat. In Japan ist ein Beitrag von 50€ für einen Karate Verein normal. Also schon mal was höher als in Europa. In dem Verein, in dem ich mich jetzt angemeldet habe, Kostet der Monatsbeitrag ca. 60€, da der Trainer Shihan ist und schon Schüler von ihm Honbu Instructor geworden sind. Also darf man davon ausgehen, dass der Mann sich ganz genau bewusst ist was er da macht. Er ist über 70 Jahre alt und startet immer noch auf Turnieren. Wirkt super fit und das was er im Training zeigt, macht er auch mit seinen über 70 Jahren noch mit einer Kraft und Geschwindigkeit von der Karate Trainer mit 40 Jahren in Deutschland zum Teil träumen können.

Der Monatsbeitrag wird in Japan nicht einfach per Überweisung vom Konto erledigt. Nein, jeder Schüler bringt in einem kleinen Briefumschlag mit seinem Namen drauf am Monatsanfang den Beitrag für den Trainer mit. Dieser wird dann vor dem Training übergeben – also wesentlich persönlicher als die Banküberweisung in Deutschland.

So wie mir von einem der Mitschüler berichtet wurde, ist es noch lange nicht gesagt das man nach einem Probetraining auch in dem Verein zum Training geht. Der Trainer bzw. Shihan entscheidet wer in den Verein aufgenommen wird. Gefällt dem Trainer nicht, was du beim Probetraining gezeigt hast, kann es wohl auch vorkommen das man nicht wieder zum Training kommt. Das sichert hier im Verein auch eine gewisse Mindestqualität der Mitglieder.

Alles in allem kann man sagen, dass sich die Suche und Aufnahmen in einen Karate Verein ohne meine Frau nicht möglich gewesen wäre. Alles läuft rein auf Japanisch im Verein ab und es wird kaum englisch im Verein gesprochen. Allerdings gibt es Mitschüler, die ein Wenig englisch sprechen und dann im Training vom Shihan dazu eingeteilt werden dem „Neuen“ (nicht negativ gemeint) ein paar Sachen zu übersetzen. Das macht zum Teil auch Sinn, da mir nicht alle japanischen Vokabeln geläufig sind, besonders wenn es um Ursprung einer Kata oder Technik geht. Für das reine Training reicht zum Glück das japanisch mittlerweile aus.

Hier ist es von enormem Vorteil das in meinem Verein in Deutschland in Düsseldorf das Training oft auch vom japanischen ins Deutsche übersetzt wird. Da sind dann schon viele Wörter bekannt die auch hier im Training benutzt werden.

Es sein also gesagt, wer nicht nur im Honbu Dojo in Tokyo trainieren möchte, sondern auch „auf dem Land“ außerhalb sollte mindestens japanisches Training in Deutschland mit machen. Ohne, dass man die Kommandos kennt, zusätzlich zu den Karate Fachbegriffen, dürfte große Probleme im Training haben oder zumindest sollte nicht erwarten direkt Spaß am Training zu haben.

Durch das Training bei Keigo Shimizu im Dojo Yamato Düsseldorf e.V. ist es relativ einfach von Deutschland in das Training in Japan ein zu steigen. Rein was das Training angeht. Das Administrative mit der Anmeldung usw. sollte oder muss auf jeden Fall mit der Hilfe eines Japaners erfolgen.

Ach ja … alle Formulare zur Anmeldung im Verein und bei der JKA Japan sind rein auf Japanisch. Von daher ist für die Anmeldung japanisch Pflicht!

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