Ehrenamt – Zeitaufwand

Nun bin ich schon ein paar Jahre mit in der Organisation unseres kleinen Vereins. Mit der Zeit ist aus der Unterabteilung in einem großen Verein ein eigenständiger e.V. geworden. Hier bin ich dann von der reinen Organisation in den Vorstand gewechselt.

In diversen Lehrgängen des DOSB zum Thema Ehrenamt ist immer wieder zu hören, dass Ehrenamt ist eine wichtige Aufgabe für die Gesellschaft. Es ist wichtig den Leuten einen Verein zur Verfügung zu stellen, um ihren Sport auszuüben. Alles gut und schön.

Um dieses Ehrenamt zu würdigen, gibt der Gesetzgeber dem Verein die Möglichkeit Mitgliedern im Verein eine Ehrenamtspauschalte einmal im Jahr zu zahlen. Dies soll dann gedacht sein als eine Art Entschädigung / Anerkennung für die geleitstet Arbeit im Verein.

So heißt es auf einschlägigen Webseiten wie folgt: Die Ehrenamtspauschale ist ein persönlicher steuerlicher Freibetrag von nunmehr 840 Euro pro Jahr. Mit diesem Freibetrag haben gemeinnützige Vereine die Möglichkeit, ihre ehrenamtlich Tätigen (Helfer, Mitglieder, Vorstand) finanziell zu honorieren – ohne dass für diesen Betrag Steuern beim Verein oder den Begünstigten anfallen. Das Geld gibt es also brutto für netto.“ (Quelle: https://www.vereinswelt.de/ehrenamtspauschale).

Das bedeutet nun, man muss eine Begründung dem Verein geben, wenn man diese Pauschale haben möchte. Bedeutet, dass man über das ganze Jahr mal aufschreiben muss, was man für den Verein so alles gemacht hat. Ich habe damit dann im Januar angefangen mal eine kleine Excel Tabelle zu pflegen, in der ich alle Tätigkeiten, die über eine normale Vorstandstätigkeit hinaus geht (Aufgaben die reine Vorstandsarbeit sind, können nicht für diese Begründung genommen werden) aufgeschrieben mit Datum und Zeitaufwand. Also habe ich nun eine Tabelle mit allen Aufwänden die eigentlich nicht die reine Vorstandsarbeit widerspiegeln, sondern alles, was noch dazu kommt.

Also Tätigkeiten wie Pflege der Internetseite, Ausschreibungen für Lehrgänge erstellen, Pflege von Sozial Media Kanälen, Diskussionen über Konflikte im Verein, usw. usw. Also alles Aufgaben, die auch durch zum Beispiel andere Mitglieder erledigt werden könnten.

Aus Spaß habe ich hier mal ausgerechnet, wie hoch der theoretische Stundenlohn liegt für die ganzen Aufgaben. Und hier darf man nicht vergessen, es handelt sich um die Aufgaben, die über die normale Tätigkeit als Vorstand hinaus gehen. Das Schreiben von Einladungen für die Mitgliederversammlung kann zum Beispiel nicht zu diesen Tätigkeiten gezählt werden.

Da hat unser Gesetzgeber aber wieder ein schönes Monster aus dem Sack gelassen, dass man für die paar Euro auf die Stunde gesehen auch noch einen Dokumentationsaufwand hat, um wenigstens diese Pauschale rechtssicher zu erhalten.

Fazit: Aufgaben müssen auf möglichst viele Schultern verteilt werden, um einen Verein gut am Laufen zu halten. Wer auch immer mit dem Gedanken spielt sich in einem Verein als Vorstand zu engagieren muss sich bewusst sein – Es ist definitiv mehr Aufwand als man denkt.

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