Hochzeitsplanung in Japan

Hochzeit auf dem Standesamt hier in Deutschland erledigt, aber was ist mit Japan? Klar möchte die Familie auch mit einbezogen werden. Also kommt zu der Hochzeit auf einem deutschen Standesamt noch die Hochzeit in Japan dazu.

Die Hochzeit auf dem deutschen Standesamt wird völlig ohne Probleme von den japanischen Behörden anerkannt und ist genauso in Japan gültig wie hier in Deutschland. Also ist der rechtliche Teil in Deutschland und Japan erledigt. Lediglich musste die Eheurkunde usw. auf dem japanischen Konsulat / Botschaft eingetragen werden und ein paar Formulare ausgefüllt werden. Aber alles innerhalb weniger Stunden auf dem Konsulat oder der Botschaft zu erledigen.

In Japan hat die Hochzeit auf dem Standesamt keinen festlichen Charakter, da es dort wirklich nur um einen Verwaltungsakt geht. Am Ende unterschreiben alle und es wird ein Stück Papier ausgestellt und das war es. Daher wird zu diesem Anlass in Japan keine große Party gemacht. Hier wird sich eher auf die Hochzeit in einem Shrine / Tempel konzentriert.

Also stellt sich die Frage, wie plant man eine Hochzeit in Japan über eine Entfernung von rund 12.000km.

Wir haben uns also für einen „Wedding Planner“ in Japan entschieden und einen Termin ausgemacht. Bei der Auswahl hat meine Frau diverse Internetseiten besucht und die „Angebote“ verglichen. Hier war uns besonders der Ort der Zeremonie wichtig. Die ganzen Feierlichkeiten sollten ja auch gut erreichbar für die Familie in Japan sein. Keiner möchte 2 Stunden mit dem Auto zu einer Hochzeit Zeremonie fahren.

Also haben wir uns für https://jinja-wedding.com entschieden. Hier können wir in Takasaki im Shrine eine Hochzeitszeremonie buchen. Das ist ca. 1 Stunde mit dem Auto von Tatebayashi entfernt und gut für die Familie zu erreichen. Damit ist schon mal ein großer Teil der Voraussetzungen erfüllt. Also einen Termin beim Wedding Planner in Takasaki vereinbart.

Am Anfang werden alle Grunddaten aufgenommen (einen Art Personalbogen) und es wird geschaut welcher Termin für die Zeremonie günstig ist. Hier gibt es verschiedene astrologische Gesichtspunkte die eine Rolle spielen. Und wir hatten Glück! Der Termin für die Hochzeit wurde durch das Büro geprüft und alles sieht gut aus. Auch ein Termin im Shrine / Tempel ist noch ein Termin frei. Also alles Bestens und den Termin festgemacht.

Und dann geht es los 😉

  • Wie viele Leute kommen zur Zeremonie?
  • Wie viele Leute kommen zum Essen?
  • Kinder … Erwachsene usw.
  • Welches Restaurant ist gewünscht (wie viele Sterne sollen es sein)
  • Musik / keine Musik

Nach der Abfrage der ganzen Rahmenparameter ging es um die Kleidung für die Zeremonie. Wie in Deutschland ein Hochzeitkleid gekauft oder gemietet wird für den Tag der kirchlichen Hochzeit, kann ich Japan der Kimono für die Zeremonie ausgeliehen werden.

Von einem Kauf ist hier eher ab zu raten, da die Kimonos ganz in weiß mal schnell mehrere tauschen Euro umgerechnet kosten können. Dazu kommt das dieser Kimono nur einmal im Leben zu dieser Zeremonie getragen wird. Dann nie wieder. Folglich hätte man dann mehre tausende Euro im Schrank hängen und würde diese wie auch die meisten Hochzeitskleider im Schrank einstauben. Also scheint mir die Variante zu mieten die beste zu sein.

Für den Mann ist die Nummer recht einfach, da es da mehr oder weniger ein Standard Outfit gibt. Bis auf das kleine Problem, dass der durchschnittliche Japaner nicht 186cm groß ist. Also hat der Wedding Planner kein Zeremonie Outfit für mich auf Lager. Das muss dann jetzt extra organisiert werden bis zum Tag der Zeremonie. Kostet dann mal eben 200€ extra. Da kann ich den Wedding Planner auch verstehen, da er so ein Outfit nur alle 5 Jahre vermieten kann.

Dann muss noch ein zweiter Kimono für meine Frau ausgesucht werden, da der ganz in Weiß gehalten Kimono nur zur eigentlichen Hochzeit getragen wird. Nach der Trauung wird es dann wieder schön bunt. Hier war die Auswahl sehr groß. Geschätzt hat der Wedding Planner locker 100 verschiedene Kimonos im Verleih auf Lager.

Nachdem alles mit den Outfits geklärt ist, ging es noch in das Restaurant um das Menü durch zu sprechen. Das dauerte dann auch noch mal eine Zeit, da nicht nur das Menü, sondern auch der Raum zum Essen ausgesucht wird. Es gibt verschiedene private Räume zum Essen für Hochzeitsgesellschaften. Das Restaurant ist in einem kleinen ruhigen Park in Takasaki gelegen ca. 15 Minuten vom Shrine entfernt. Also kurze Wege an dem Tag.

Das Menü haben wir noch einmal mit allen möglichen Optionen schriftlich mitbekommen. Hier sind dann noch Änderungen am Menü bis einen Monat vorher möglich.

Einen Tag vor der Zeremonie müssen wir dann noch einmal in den Shrine um die Sitzordnung fest zu legen. Dann erfolgt im Shrine mit einem der Mönche ein Übungsdurchlauf wo mir als Ausländer noch mal der Ablauf der Zeremonie erklärt wird.

Im Rahmen der Zeremonie hält der Mann und die Frau eine Rede, die muss jetzt noch auswendig gelernt werden, damit dann später Nichts schief läuft.

Dann bin ich mal auf den Tag der Zeremonie gespannt

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